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Onlineshop optimieren. 15 Punkte, die ich in jedem Shop zuerst prüfe.

Jacob Rapp · 30. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit
Gebundener Audit-Bericht mit blau markierten Befunden

Ich verantworte als Geschäftsführer selbst einen Online-Shop. Die Fehler unten habe ich nicht nur in fremden Shops gesehen – einige davon haben wir selbst gemacht. Die Liste ist nach dem Weg Ihrer Kunden sortiert: vom ersten Blick bis nach dem Kauf. Wenn Sie wenig Zeit haben, fangen Sie bei Warenkorb und Checkout an. Dort kostet jede Reibung direkt Umsatz.

Header & Navigation

1. Warenkorb rechts, Menü links – vor allem auf dem Handy

Warum: Kunden haben über Jahre gelernt, wo der Warenkorb sitzt. Steht er woanders, suchen sie – und ein Teil gibt auf.

Was Sie tun können: Mobil: Menü-Symbol links, Warenkorb mit Zähler rechts. Desktop: Warenkorb oben rechts, immer sichtbar.

2. Kontakt sichtbar, bevor die Frage entsteht

Warum: Gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten kauft nur, wer im Zweifel jemanden erreicht.

Was Sie tun können: Telefon oder WhatsApp im Header klickbar, auf dem Handy fixiert. Dazu eine Zeile mit den drei wichtigsten Vorteilen über dem Header.

3. Suche, die Ergebnisse liefert

Warum: Wer sucht, weiß meist schon, was er will – das sind Ihre kaufbereitesten Besucher.

Was Sie tun können: Suchfeld im Header, Tippfehler-Toleranz, sinnvolle Antwort bei null Treffern statt leerer Seite.

Produktseite

4. Versandkosten und Lieferzeit direkt am Preis

Warum: Die häufigste Überraschung im Checkout sind Kosten, die vorher niemand gesehen hat.

Was Sie tun können: Unter dem Preis: Versandkosten (oder „versandkostenfrei ab …“) und eine konkrete Lieferzeit.

5. Bewertungen am Produkttitel

Warum: Vertrauen entsteht im ersten Blick – nicht erst, wenn jemand bis ans Seitenende scrollt.

Was Sie tun können: Sterne und Anzahl der Bewertungen direkt unter dem Produktnamen, verlinkt zu den Bewertungen.

6. Varianten und Button im sichtbaren Bereich

Warum: Wer erst scrollen muss, um Größe oder Länge zu wählen, bricht häufiger ab.

Was Sie tun können: Variantenwahl und „In den Warenkorb“ im ersten Bildschirm; auf dem Handy eine fixierte Warenkorb-Leiste.

7. Ein Versprechen, das Angst nimmt

Warum: Garantie, Rückgabe, Beratung: Ein klares Versprechen nahe am Button senkt die Hürde.

Was Sie tun können: Ein Satz direkt am Button – z. B. Rückgabefrist, Garantie oder kostenlose Beratung vor dem Kauf.

Warenkorb & Checkout

8. PayPal vorausgewählt, Express-Zahlung im Warenkorb

Warum: Jedes Formularfeld weniger ist ein Abbruchgrund weniger. Express-Zahlung überspringt die Adresseingabe.

Was Sie tun können: Zahlarten nach Nutzung sortieren, PayPal vorauswählen, PayPal Express sowie Apple und Google Pay schon im Warenkorb anbieten.

9. Bestellen ohne Kundenkonto

Warum: Kontozwang ist einer der bekanntesten Abbruchgründe im Checkout.

Was Sie tun können: Gast-Bestellung als Standard, Konto optional nach dem Kauf anbieten.

10. Wenige Felder, Autofill, Fehler direkt am Feld

Warum: Der Checkout ist die teuerste Seite Ihres Shops – hier kostet jede Reibung direkt Umsatz.

Was Sie tun können: Autocomplete-Attribute, Adress-Vervollständigung, Fehlermeldung am Feld statt oben auf der Seite.

11. Fortschritt bis zum Gratisversand

Warum: Ein sichtbares Ziel („noch 23 € bis versandkostenfrei“) erhöht den Warenkorb.

Was Sie tun können: Fortschrittsbalken im Warenkorb, dazu passende Ergänzungsprodukte mit einem Klick.

Nach dem Kauf

12. Eine Danke-Seite mit nächstem Schritt

Warum: Nach dem Kauf ist die Aufmerksamkeit am höchsten – und die meisten Shops verschenken sie.

Was Sie tun können: Klarer nächster Schritt: Lieferinfo, Ansprechpartner, Anmeldung für Newsletter oder WhatsApp mit Vorteil.

13. Automatische Bewertungsanfrage

Warum: Bewertungen entstehen nicht von allein. Ohne Anfrage schreiben vor allem Unzufriedene.

Was Sie tun können: Einige Tage nach Lieferung automatisch um eine Bewertung bitten – bei jedem Auftrag.

Messung

14. Tracking, das stimmt – besonders nach einem Relaunch

Warum: Bei einem Relaunch geht die Messung erfahrungsgemäß leicht kaputt, oft unbemerkt. Danach optimieren Werbekonten auf falsche Zahlen.

Was Sie tun können: Nach jedem Relaunch Kauf- und Anfrage-Ereignisse in Analytics und Google Ads mit Testbestellungen prüfen – und wöchentlich gegen das Shop-Backend abgleichen.

15. Eine Kennzahl, die wirklich zählt

Warum: Conversion-Rate allein täuscht: Wer günstiger verkauft, konvertiert besser und verdient weniger.

Was Sie tun können: Conversion-Rate mal Netto-Warenkorbwert monatlich beobachten – und den Abbruch je Checkout-Schritt messen.

Wo Sie anfangen sollten

Nicht alles ist gleich wichtig. Bevor Sie umbauen, sollte die Messung stimmen – sonst wissen Sie hinterher nicht, ob eine Änderung etwas gebracht hat. Danach gilt: erst Checkout und Warenkorb, dann Produktseite, dann Navigation. Und immer nur einen Hebel auf einmal ändern, damit die Wirkung erkennbar bleibt.

Diese 15 Punkte sind ein Ausschnitt. Im Website- & Shop-Audit prüfe ich 158 Punkte in 14 Bereichen und 49 Standards erfolgreicher Online-Händler – jeder Befund mit Beleg und nach Wirkung sortiert. Die vollständige Liste steht offen im Prüfkatalog.

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