GEO-SEO. So nennen ChatGPT, Gemini und Googles KI-Übersicht Ihr Unternehmen.
Jacob Rapp · 31. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
Viele Menschen stellen ihre Frage nicht mehr in die Google-Suchleiste, sondern an ChatGPT oder Gemini – oder lesen zuerst Googles KI-Übersicht über den Treffern. Für Unternehmen kommt damit zum Ranking eine zweite Frage hinzu: Nennt die KI Sie, und auf welche Quelle stützt sie sich? Dafür hat sich der Begriff GEO durchgesetzt, Generative Engine Optimization. Hier steht, was dahintersteckt, was davon belegt ist und was Sie konkret tun können.
Was GEO ist – und was nicht
GEO umfasst alles, was dazu beiträgt, dass KI-Assistenten Ihr Unternehmen in Antworten nennen oder Ihre Seiten als Quelle verlinken. Der Begriff stammt aus einer wissenschaftlichen Arbeit, die 2024 auf der Informatik-Konferenz KDD erschienen ist.
GEO ersetzt SEO nicht, es baut darauf auf. Google schreibt ausdrücklich, dass es für die KI-Übersichten und den KI-Modus keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Optimierungen gibt: Eine Seite muss indexiert sein und mit Textauszug in der Suche erscheinen dürfen. Die SEO-Grundlagen bleiben also die Voraussetzung.
Was belegt ist
- Inhalt wirkt, Schlagwörter nicht. In der GEO-Studie steigerten gezielte Textänderungen die Sichtbarkeit in generierten Antworten um bis zu 40 %. Am besten wirkten drei Dinge: Zitate ergänzen, Zahlen und Statistiken einbauen, Quellen nennen. Das Vollstopfen mit Suchbegriffen brachte dagegen kaum etwas.
- Google verlangt nichts Zusätzliches. Wer bei Google sauber indexiert ist und Textauszüge erlaubt, kann in den KI-Übersichten als Quelle erscheinen.
- ChatGPT hat einen eigenen Such-Crawler. Laut OpenAI braucht die ChatGPT-Suche den Crawler OAI-SearchBot. Wer dort erscheinen will, muss ihn in der robots.txt zulassen. GPTBot sammelt dagegen Trainingsdaten – das ist eine getrennte Entscheidung.
Sieben Schritte, die Sie jetzt angehen können
- Crawler prüfen. Sehen Sie in Ihre robots.txt und in die Einstellungen Ihrer Firewall oder Ihres CDN. Pauschale Sperren für „alle KI-Bots“ treffen schnell auch die Such-Crawler – dann kann ChatGPT Ihre Seiten nicht als Quelle zeigen.
- Echte Kundenfragen beantworten. Ein Abschnitt je Frage, die Antwort im ersten Satz, die Einzelheiten danach. Eine Passage, die eine Frage für sich allein beantwortet, lässt sich leichter als Quelle übernehmen.
- Belegen statt behaupten. Nennen Sie Preise, Lieferzeiten, Maße und Zahlen mit Quelle. Genau das wirkte in der GEO-Studie am stärksten – und es überzeugt auch menschliche Leser.
- Strukturierte Daten pflegen. Angaben zu Unternehmen, Leistungen, Produkten, Preisen und Autoren als JSON-LD helfen Maschinen, Fakten sicher zu lesen. Sie müssen zum sichtbaren Inhalt passen.
- Überall dieselben Fakten. Name, Adresse, Leistungen und Ansprechpartner sollten auf der Website, im Google-Unternehmensprofil, in Branchenverzeichnissen und auf LinkedIn übereinstimmen. Widersprüche machen eine Antwort unsicher.
- Auf fremden Seiten vorkommen. Fachartikel, Verbände, Vergleichsportale, Interviews: Wer nur auf der eigenen Website auftaucht, gibt einer KI-Antwort wenig, worauf sie sich stützen kann.
- Messen. Stellen Sie die zehn bis zwanzig wichtigsten Fragen Ihrer Kunden regelmäßig an ChatGPT, Gemini und Perplexity und notieren Sie, wer genannt wird. In Ihrer Webanalyse sehen Sie, wie viele Besucher von chatgpt.com oder perplexity.ai kommen.
Und llms.txt?
llms.txt ist ein Vorschlag für eine Datei, die KI-Systemen eine Kurzfassung der Website liefert. Ein verbindlicher Standard ist es nicht, und Google nennt für seine KI-Funktionen keine solche Datei als Voraussetzung. Schaden tut sie nicht – diese Website hat auch eine. Den Unterschied machen aber Inhalte, Belege und Erwähnungen, nicht eine einzelne Datei.
Wie ich das prüfe
Im SEO- & KI-Sichtbarkeits-Audit stelle ich die Fragen Ihrer Kunden an ChatGPT und Gemini, halte fest, wer genannt und welche Seiten zitiert werden, und vergleiche das mit Ihren Google-Rankings und Ihren Wettbewerbern. Am Ende steht eine Liste, was Sie zuerst ändern sollten – sortiert nach Wirkung und Aufwand.
Quellen
- Aggarwal u. a.: GEO – Generative Engine Optimization, KDD 2024 (abgerufen am 31.10.2026)
- Google Search Central: KI-Funktionen und Ihre Website (Stand 10.12.2025, abgerufen am 31.10.2026)
- OpenAI: Übersicht der OpenAI-Crawler (abgerufen am 31.10.2026)
- llmstxt.org: Vorschlag für llms.txt (abgerufen am 31.10.2026)

